Der Lusen
(1373m)
Im Herzen des Nationalparks Bayerischer Wald liegt neben
dem Rachel auch der Lusen. Er ist der eigenartigste Berg im
Waldgebirge und Hauptanziehungspunkt im Nationalparkgebiet.
Sein weithin sichtbarer Gipfelbereich, ein geologisch hochinteressanter
und jeden beeindruckender "Glatzkopf" ist ein wüster
Granit-Trümmerhaufen. Die gigantische Szenerie ist mit
grüngelber Schwefelflechte überzogen. Nur selten
wagen Wanderer, den markierten Pfad zu verlassen. Es ist aus
Sicherheitsgründen auch nicht ratsam, in der zerklüfteten
Steinwildnis herumzuturnen, aus deren schattendunklen Rissen
und Spalten man förmlich das Raunen vieler unheimlicher
Sagen zu hören glaubt.
Die seltsame, urweltliche Blockhalde gestattet den Blick
hinüber zu Rachel und Falkenstein und über die tiefen,
schwarzen Forste des anschließenden Nationalparks Böhmerwald
(Sumava). Unterhalb des Gipfels steht das Lusenschutzhaus.
Im Winter ist es nur teilweise bewirtschaftet.
Noch vor zwei Jahrzehnten lagen zwischen Rachel und Lusen
die dichtesten und mächtigsten Wälder des ganzen
Waldgebirges. Heute sind riesige Waldflächen durch den
Borkenkäfer zerstört. Trotzdem ist es immer noch
beeindruckend, mit seinem Hund zwischen den beiden Gipfeln
hin und her zu laufen.
Das kann man auf zwei Ebenen, parallel zur nahen tschechischen
Grenze: Von Waldhäuser aus geht es hinauf zum Lusen (Sommer-
oder Winterweg; Sommerweg über die berühmte "Himmelsleiter",
Winterweg einfacher, fast bequemer Aufstieg). Nach der Gipfelrast
zieht der Weg unterhalb der Himmelsleiter nordwestlich als
Oberer Horizontalsteig auf etwa 1100 m Höhe stundenlang
auf und ab, bis man über die Felsenkanzel den Rachel
erreicht. Unterwegs gibt es keine Behausung, Proviant mitnehmen!
Der Parallelweg (Rückweg) verläuft vom Rachelgipfel
am Rachelsee, in dem auch der Hund baden kann, vorbei zur
Diensthütte (teilweise bewirtschaftet), weiter zur Martinsklause
und zum Teufelsloch und Waldhäuser. Dieser gut markierte
Weg läuft in Höhen zwischen 800 und 900 m hauptsächlich
durch prachtvollen Mischwald.
Wer kürzeren Wegen den Vorzug gibt, kann von Waldhäuser
aus über den Waldhäuserriegel zum Lusen aufsteigen
oder von der Nationalpark-Basisstraße bei der Gehegezone
auf dem Böhmweg zum Lusen-Parkplatz gelangen und dann
über Sommer- oder Winterweg den Gipfel erreichen.
Von Neuschönau, Sagwassersäge, Finsterau und durch
das Reschbachtal von Mauth aus führen gut markierte Wanderwege
zum Lusen. Diese Wege sind meist sehr still, weit und einsam.
Moose, viele Quellen, riesige Farne, Beerengestrüpp,
Block- und Wurzelwerk sowie überwiegend Mischwald bestimmen
die romantisch-wundervolle Szenerie.
Hier können Sie zusammen mit Ihrem Hund eine Natur erleben,
die Sie so nirgends in Europa finden.
nach oben